Schloss1
Schloss2

Das historische Schloss

Alte Ansicht auf einer colorierten Ansichtskarte vor 1900

Ansicht im Winter. Die laublosen Bäume
lassen einen Gesamtblick zu.

Die letzte Nachricht aus Polen:  “Die Burg von Lötzen einsturzgefährdet”
 
“Das vergangene Jahr hätte für die Burg in Lötzen nicht schlimmer sein können. Im Sommer ist ein Fragment der
Nordfassade eingestürzt. Der private Burgbesitzer nahm anschließend keinerlei Sicherungsmaßnahmen vor.
Die Folge: Am 30. Dezember stürzte ein weiteres mächtiges Stück des alten Mauerwerks ein. Vom Dach bis zum
Fundament klafft ein riesiges Loch. Bis in die 70er Jahre hinein befand sich auf der Burg ein Hotel. In den 90er Jahren
gelangte sie in Privatbesitz, seitdem wechseln die  Besitzer sehr häufig. Der letzte Eigentümerwechsel fand im Juni 2007
statt. Bislang hat der neue Besitzer nichts zur Rettung des Baudenkmals  unternommen. Nach dem ersten Einsturz
beschränkte man sich darauf, einen Holzzaun um die Burg aufzustellen.

Die Denkmalschutzbehörde versucht alles, um die Burg zu retten. Der private Burgbesitzer setzt ihre Verfügungen
allerdings nicht um.  Deshalb wird erwogen, eine Strafanzeige zu erstatten oder sogar ein Enteignungsverfahren einzuleiten.
Für das Letztere ist das Landratsamt zuständig. Landrat Waclaw Strazewicz lehnt diese Lösung des Problems jedoch
ab. "Wir werden kein Enteignungsverfahren einleiten, weil der Landkreis kein Geld für die Erhaltung eines solchen
Baudenkmals  hat", sagt er und schiebt den schwarzen Peter der Denkmalschutzbehörde zu, die Strafanzeige erstatten möge.

Indes warnt Bauinspektor Krzysztof Korczyk vor einer möglichen Katastrophe: Das Gebäude müsse schnellstmöglich
gesichert werden.  Die aktuellen Besitzer der Burg, Warschauer Geschäftsleute, waren  nicht erreichbar.

 Slawomir Kedzierski”
 

Das Schloß wurde um 1340 während der Regierung des Grossmeisters Winrich von Kniprode in strategischer Position - auf der Landenge zwischen dem Niegocin (Löwentin) und Kisajno (Kissain) See gebaut. Es war ein Wohngebäude mit rechteckigem, von einer Mauer umgebenen Hof und diente als Wohnsitz für den öffentlichen Ankläger des Ordens. Das Schloss wurde von den Litauern unter Fürst Kiejstut zerstört, aber bald danach vom Deutschritterorden wieder aufgebaut. Der Dreizehnjährige Krieg richtete am Schloss und im Ort sehr grossen Schaden an. Nach der Säkularisierung im Jahre 1525 wurde es Residenz des fürstlichen Verwalters und von 1613 bis 1614 im Renaissancestil umgebaut. Im 17. Jahrhundert ging das Schloss in Privateigentum über. Der neue Besitzer baute zwei neue Flügel, die noch im gleichen Jahrhundert wieder abbrannten, für Verwaltungszwecke an, sowie ein 1945 zerstörtes Gebäude mit einem kleinen zylindrischen Turm. Teile des Schlosses wurden im 19. Jahrhundert abgerissen, und es verblieb nur ein vierstöckiges Wohnhaus mit Satteldach und Kreuzgewölbekeller, dessen From bis zum heutigen Tage nicht mehr geändert wurde. Es beherbergte u. a. General Dabrowski und seine Offiziere im Jahre 1807, diente ausserdem zeitweilig als Behausung für die Bauherren des Lötzener Kanals, sowie als Quartier des Kommandanten der Festung Boyen. Die Überreste des Schlosses sind nun sehr verfallen werden auch nicht restauriert.