Quo vadis, Lötzener Heimatmuseum?

 

 Eine Chronologie

 

Ab 1954/55 sammelte der Geschäftsführer der 1948 gegründeten Kreisgemeinschaft Lötzen, Curt Diesing, Archivalien und Erinnerungsstücke in der Geschäftsstelle. Sie befand sich in seiner Privatwohnung in Neumünster, Königsberger Straße 72.

Im November 1962 gab es die erste große Ausstellung, gezeigt im Jugendheim Holstein: „Ostdeutsche Heimat in Bild, Buch, Ton und Vortrag“. Stadtpräsident Johannsen sprach zur Eröffnung. Hauptlehrer Kurt Gerber hielt einen Lichtbildervortrag über „Stadt und Kreis Lötzen, das Patenkind von Neumünster“.

Ab (etwa) 1965 wurde ein nicht beheizbarer Raum in der Kaiserstraße zur Verfügung gestellt – die erste Heimatstube! Später waren es dort zwei kleine Räume.

Ab Januar 1970 befand sich die Sammlung in sechs kleinen Stuben (Dachkammern) im Volkshaus Tungendorf.
Der Betreuer Kurt Gerber zog 1970 deswegen nach Neumünster! Er war seit 1969 „Kulturwart“ der Kreisgemeinschaft.

17. Februar 1978: Brand im Volkshaus Tungendorf! Das Feuer kann knapp vor den Räumen des Archivs und der Heimatsammlung eingedämmt werden, doch es entstehen Schäden.

Einlagerung der geretteten Bestände in einer Halle des Amtes für Zivilschutz (s. LHB 44/Sept. 1978).
Bittbrief („Antrag“) von Kurt Gerber an die Stadtverwaltung vom 10.03.1978.

1979: Das Archiv hat – als Provisorium – eine neue Stätte, zwei Räume im „Pentz-Haus“ (Eigentum der Stadt). Dieses wird später abgebrochen. Wieder muß eingelagert werden.

Ein Artikel „25 Jahre Archiv und Heimatstube 1979“ erscheint in LHB 47/März 1980. Darin heißt es „Die Lötzener Heimatstube … für die Räume im Caspar-von-Saldern-Haus hergerichtet werden.“

Februar 1982: Kündigung! (s. Artikel vom 23.03.1982 im HC unter der Überschrift „Vertriebene bleiben vertrieben“)

Die Sammlung befindet sich in einer Wohnung (Großflecken 59), die im Jahr darauf abgerissen wird. Das Grundstück ist Bauplatz für die Rathauserweiterung (s. Artikel HC 3.09.1982).

1982: Erich Böhm, Erwin Horn und Paul Trinker sind Nachfolger des nach 15 Jahren aus dem Amt des Kulturwarts ausscheidenden Kurt Gerber. (Horn übernimmt die Schriftleitung des Heimatbriefs, Trinker die Verantwortung für Archiv und Heimatsammlung, Böhm nennt sich Kulturreferent, s. Artikel in KN vom 7.09.1982).

1984: „… besonderes Geschenk der Stadt Neumünster …“: zwei weitere Zimmer im Caspar-von-Saldern-Haus!

1994: „Brücken, die Menschen verbinden“ – Masurische Fotoimpressionen und von jungen Menschen gemalte Bilder – Ausstellung im Caspar-von-Saldern-Haus.

1999: „Archiv und Heimatstube in neuen Räumen“ -  Beitrag von H.-W. Erdt in LHB 86/Nov. 1999. Wegen des zusätzlichen Raumbedarfs der Volkshochschule haben die Lötzener Platz machen müssen. Umzug in einen großen Raum in der Schleswiger Straße Nr. 3 (Stadtteil Faldera). Ein Arbeitsraum im Keller des Caspar-von-Saldern-Hauses bleibt noch in Nutzung.
Offizielle Einweihung der neuen Heimatstube am 6.08.1999. Bericht s. KN vom 7.08.1999 und LHB 86/Nov. 1999.

2004: Grußwort der Stadt anläßlich 50 Jahre Patenschaft.

2005: Wegen des zusätzlichen Raumbedarfs des Senioren-Treffs wird wieder ein Umzug „notwendig“!

Eröffnung von Archiv und Heimatstuben in der Brachenfelder Str. 23 im Sommer 2005.

2006: Auf der Kreistagssitzung im August erklärt Ute Eichler sich bereit, nach halbjähriger Einarbeitungs- und Probezeit, in 2007 als Nachfolgerin Paul Trinkers zur Verfügung zu stehen.

2007: Ab März übernimmt Ute Eichler die Betreuung des Archivs und der Heimatsammlung. Erstmals wird von März bis November ein „Tag der offenen Tür“ pro Monat angeboten.
Mit Beginn des neuen Schuljahres erklärt Herr Rahner, Leiter der Klaus-Groth-Schule, Raumbedarf. Gespräch zwischen Kreisvertreter Kawlath, Gabriele Bartelheimer, Herrn Rahner, Manfred Kickstein, Ute Eichler.

Herbst 2007: „Laßt die Lötzener endlich in Ruhe! Laßt sie in diesen Räumen so lange bleiben wie sie es wollen!“ Hartmut Unterlehberg, damals OB, spricht ein Machtwort.

2008: Zwischen der Kreisgemeinschaft Lötzen und der Stadt Neumünster wird ein Nutzungsvertrag für die Räume (Fläche fast 200 Quadratmeter) in der Brachenfelder Str. 23 geschlossen. Gültig ab 1.01.2008, gültig für die Dauer von fünf Jahren, mit jährlicher automatischer Verlängerung, wenn nicht von einer Seite gekündigt wird.

2009/2010: Die Klaus-Groth-Schule erhält für vier baufällig abgängige Räume acht neu gebaute Klassenräume auf dem Schulhof Brachenfelder Str. 23.

Mai 2010: Die Stadt kündigt die Nutzung der Räume zum 31.12.2012 mit der Begründung, Schulleiter Rahner habe zum Schuljahr 2013/2014 so viel mehr Schüler, daß er diese Räume der Außenstelle der Klaus-Groth-Schule zusätzlich als Klassenräume bräuchte. (Die anderen Räume des Gebäudes Brachenfelder Str. 23 werden für die Arbeitsgemeinschaften Musik, Kunst und Theater genutzt.)

Gespräch von Werner Rimmek und Ute Eichler mit OB Dr. Tauras im Mai 2010 – Hilfe, Suche nach einer Lösung wird zugesagt.

März 2011: Der HC berichtet: „Stadt kündigt Heimatmuseum!“ – Darauf viele private Mietangebote. – Die Gruppe der Ost- und Westpreußen in NMS, der BdV–Kreisverband Neumünster „erklären ihre Solidarität mit dem Lötzener Heimatmuseum und bitten die Stadt Neumünster, neue Räume für
das Heimatmuseum zur Verfügung zu stellen“.  – Johannes Dethlefsen, der für die Traditionsverbände der Bundeswehr, der Feuerwehren, der Gilden und für den BdV in Neumünster spricht, um die Stadtverwaltung zum Aufbau eines „Informationszentrums zur Geschichte der Stadt Neumünster/Heimatmuseum“ zu bewegen, möchte das Interesse der Kreisgemeinschaft Lötzen an einem gemeinsamen Ort für die Stadtgeschichte nutzen.

Juni 2011: Stadtpräsident Strohdiek übermittelt einen ersten Besichtigungsvorschlag: Räume im 1. Stock des Volkshauses Tungendorf. – Vor Ort stellt sich die Situation dann anders dar: Die Stadt ist kurz vor Abschluß der Verhandlungen mit der Diakonie Alt-Holstein, die das gesamte Gebäude pachten will; die Räume im ersten Stock sind bereits alle vergeben. Frei sind noch Dachkammern, die sich als Baustelle, auf der Stillstand eingetreten ist, zeigen.

November 2011: Gespräch mit OB Dr. Tauras, 1. Stadtrat Humpe-Waßmuth, Kreisvertreter Dieter Eichler, Ute Eichler als Betreuerin vom Museum u. Archiv. (K.-D. Bülck, unser Ansprechpartner für Patenschaftsangelegenheiten in der Stadtverwaltung, ist ebenfalls anwesend.) Es wird kurzfristig ein zweiter Besichtigungsvorschlag in Aussicht gestellt, es soll ein Gespräch mit Gabriele Bartelheimer (Fachdienst Schule, Kultur, Sport), unter Einbeziehung des Schulleiters Rahner, vereinbart werden.

Dezember 2011: Besichtigung der seit längerer Zeit leerstehenden Mathias-Claudius-Schule im Stadtteil Tungendorf. Aber: Die Stadt bietet diese Immobilie zum Kauf an! Verkaufsverhandlungen mit einem ernst zu nehmenden Investor, der dort ein Senioren- und Pflegeheim errichten lassen will, stehen kurz vor dem Abschluß. Was sollen wir dazwischen?

Januar 2012: Der Beauftragte der Stadt Neumünster zur Pflege der Städtepartnerschaften und der Patenschaft (neu im seit 1.01.2012 nach mehrjähriger Vakanz wiederbesetzten Amt), Hans Iblher, besucht Archiv, Heimatmuseum und Sonderausstellung, macht sich ein Bild von der dort geleisteten Arbeit und den Aktivitäten der Kreisgemeinschaft.

Februar 2012: Stadtpräsident Strohdiek nimmt teil am traditionellen „Klopsessen“ (= Neujahrsempfang), äußert sich jedoch nicht zu einer Lösung unserer Hauptsorge.
Ehepaar Iblher besucht MASUREN IN NEUMÜNSTER, das Lötzener Heimatmuseum. Hans Iblher vermittelt Waltraut Rebenstorf, eine pensionierte Lehrerin, die bereit ist, Zeit und Kraft in die Archivarbeit zu stecken.
Ute Eichler veröffentlicht in Internet und Presse das Jahresprogramm 2012 mit Öffnungszeiten, Veranstaltungsangeboten und bewirbt die neue Ausstellung „Lötzen – die Perle Masurens“.

Im Hollsteinischen Courier (14.02.2012) erscheint ein Artikel von Christian Lipovsek mit der Fragestellung
„Das Ende der Patenschaft?“
Auch die „Kieler Nachrichten“ berichteten sachlich über das Ergebnis der Ratsversammlung: „Dachausbau im Ausschuss abgelehnt – Zukunft der Kreisgemeinschaft Lötzen offen“.

März 2012: Ausstellungseröffnung “Lötzen - die Perle Masurens” - erstmals Plakatwerbung dafür in Institutionen der Stadt Neumünster.. Die Tafelausstellung - Ein Ergebnis gewachsener, guter Zusammenarbeit mit dem Kulturzentrum Ostpreußen in Ellingen. Die Besucherzahlen haben sich deutlich positiv entwickelt, sie liegen pro Jahr zwischen 250 bis 300. Angemeldete Besucher legen große Strecken zurück, halten sich dann in Museum und Archiv zwischen vier bis sechs Stunden auf. Die pensionierte Lehrerin Waltraut Rebenstorf kümmert sich seit Anfang März um den Erhalt des Archivbestandes.

Juni 2013: In Zeiten schließender Archive und Heimatmuseen der Kreisgemeinschaften , gibt es heute eine gute Nachricht zu vermelden . Die Kreisgemeinschaft Lötzen hat neue Räumlichkeiten bezogen . Die Patenstadt Neumünster und die Kreisgemeinschaft Lötzen haben neue Räume für die Kreisgemeinschaft Lötzen gefunden . Nicht mehr die alte Preussische Schule mit dem schweren Treppen Aufstieg , sondern jetzt eine zu ebener Erde auch für Behinderte gut erreichbare Räumlichkeit. Die Böcklersiedlung wurde 1950 als eigenständiger Stadtteil von Neumünster gegründet . Sie wurde aus der Maßnahme Sonderprogramm "Flüchtlinge und Vertriebene" gebaut und finanziert und durch den Gewerkschaftsbund verteilt . Daher der Name Hans Böckler .
Es finden wechselnde Sonderausstellungen und Veranstaltungen statt und es gibt die Möglichkeit Familienforschung , besonders zum Kreis Lötzen zu machen !
Adresse : 24537 Neumünster , Sudetenlandstr. 18 h keine Postanschrift !
Öffnungszeiten : von 10 bis 15:30 Uhr immer an folgenden Samstagen 22.6. , 27.7. , 17.8. , 21.9., 19.10. , 16.11.2013 .
Es sind Interessierte und Familienforscher recht herzlich Willkommen !

(LHB = Lötzener Heimatbrief, HC = Holsteinischer Courier, KN = Kieler Nachrichten)