Aktuelle Themen rund um die Kreisgemeinschaft Lötzen

 

Thema #1: Versunkene Welt Ostpreußens - Ausstellung

Thema #2: Burgen des deutschen Ordens in Deutschland und Europa

Thema #3: Bücher aus 100 Jahren

Thema #4: Masuren - Weite und Heimlichkeit - Werke ostpreußischer Künstler im Lötzener Museum

Thema #5: Ein Licht aus Ostpreußen - Grafische Arbeiten der Lieselotte Plangger-Popp im Lötzener Museum

Thema #6: Wieder im Licht: Lieselotte Plangger-Popp - Eine Ostpreußische Grafikerin

Thema #7: Ausstellungseröffnung: “Die Kurische Nehrung mit Maleraugen”

Thema #8: Zwei Teile - Ein Ganzes

Thema #9: Stadtpräsident Strohdiek verstorben

Thema #10: Sternstunde im Lötzener Heimatmuseum

Thema #11: Leben in der Bude

 

Thema #1:
Infos hier:
Ausstellung - Versunkene Welt Ostpreußens - Eduard Bischoff und seine Holzschnittfolgen “Ostpreußen”
 

Thema #2:
Unter dem Titel „Auf den Spuren des Deutschen Ordens in Deutschland und Europa“ gab es eine thematisch ähnliche Ausstellung in 2014 im Kulturzentrum Ostpreußen in Ellingen/Bayern zu sehen. In Neumünster nun, im Ausstellungsraum des Heimatmuseums der Kreisgemeinschaft Lötzen, werden aus der großen Bilderserie, die Reinhard Bergmann zu dieser Thematik geschaffen hat, 30 Gemälde gezeigt, die Burgenbauten des Deutschen Ordens darstellen.

Wer ist der Künstler, der mit seinen Werken nicht nur einen Bestandteil der deutschen Geschichte veranschaulicht, sondern damit auch architektonische Besonderheiten der Stilepochen der Romanik und Gotik, der Renaissance und des Barock?
Reinhard Bergmann wurde 1950 in Warnemünde geboren. Nach Schulabschluß, einer Ausbildung im Maler- und Lackiererhandwerk und Wehrdienst, war er einige Jahre Leiter der Zentralen Ausbildungsstätte für Schrift und dekorative Gestaltung des Bezirkes Rostock. Seine Lehrer auf künstlerischem Gebiet waren u. a. Prof. Armin Münch, Rostock, und Prof. Armin Buggel, Heiligendamm. Reinhard Bergmann lebt seit 1987 in Weißenfels. Ab 1990 übernahm er Lehraufträge in Stilkunde, Farbenlehre und Gestaltung, seit 2008 widmet er sich ausschließlich seiner bildkünstlerischen Arbeit, bevorzugt zu historischen Themen.
Die Idee für die Ausstellungsserie „Architektur der Ritterorden“ kam Reinhard Bergmann auf einer Israel-Reise im Herbst 2011. So entstanden Gemälde, die die Gründungsstätten der geistlichen Orden in Jerusalem zeigen. Zusammen mit den bereits im Fundus des Künstlers vorhandenen Werken umfaßt die Motiv-Zusammenstellung jetzt über 400 Einzelbilder, die noch erhaltene Burgen, Schlösser, Kirchen, Kapellen, Komtureien und Ordenssitze der drei größten geistlichen Ritterorden des Mittelalters darstellen – die der Templer, der Johanniter und des Deutschen Ordens. Reinhard Bergmann war in den vergangenen Jahren so produktiv, dass alle drei Orden als separate Präsentation gezeigt werden können.
Für ein ostpreußisches Heimatmuseum wie das der Lötzener in ihrer Patenstadt Neumünster ist es glücklichen Umständen zu verdanken, eine Auswahl von „Burgen des Deutschen Ordens“ ausstellen zu können. Der Schwerpunkt dieser Zusammenstellung liegt auf jenen Bauwerken, die auf den Territorien Pommerns und West- und Ostpreußen entstanden. So wird großformatig die Marienburg zu sehen sein, werden z. B. Frauenburg, Heilsberg, Liebemühl gezeigt, Burg Rehden und Burg Gollub, die Neidenburg und  - extra für diese Ausstellung gemalt – das „Lötzener Schloß“.
Zur Ausstellungseröffnung am 20. August (15.30 Uhr) wird der Künstler anwesend sein. Einen Kurzvortrag zur Geschichte des Deutschen Ordens hält Dr. Manuel Ruoff, Historiker, aus Hamburg. Weshalb sich Reinhard Bergmann den Beinamen „der Orangemaler“ gegeben hat, wird sich den Besuchern rasch von selbst erschließen. Der Künstler steht am Tag der Ausstellungseröffnung jedoch für Fragen und zum Gespräch zur Verfügung.
Seine Werke sind in Neumünster bis einschließlich 20. November 2016 zu sehen. Zur Ausstellung gibt es ein Faltblatt, ebenfalls ist eine Broschüre mit Gemälde-Abbildungen Reinhard Bergmanns erhältlich.
                                                                                                                                                                                 Ute Eichler

Thema #3:

Bücher aus 100 Jahren

Das siebte Jahr in Folge bietet das Lötzener Heimatmuseum in der Patenstadt Neumünster einen Buchmarkt unter der Bezeichnung „Bücher aus 100 Jahren“ an. Wenn sich in der Sudetenlandstraße 18 H (Böcklersiedlung) am dritten Sonnabend im Monat Juli um 10 Uhr die Türen öffnen, werden Bücherfreunde wieder voll auf ihre Kosten kommen. Fleißig ist von den Betreuern des Lötzener  Archivs und Heimatmuseums in den vergangenen Monaten gesammelt worden: Im Freundes- und Bekanntenkreis, in der Familie und in der Nachbarschaft, und auch der private und viel zu umfangreiche Buchbestand wurde in den Wintermonaten gründlich auf Verzichtbares durchforstet. Hinzu kommen Dubletten aus Bücherspenden, die nicht dem Lötzener Buchbestand zugeordnet werden konnten. So ist wieder eine bunte Mischung zusammengekommen: Sachbücher, vor allem zu geschichtlichen und heimatkundlichen Themen, aber auch über Kunst und Religion, finden sich neben Belletristik, von Klassikerausgaben über Lyrik hin zu Kinderbüchern. Das älteste Buch, das dieses Mal angeboten wird, wurde 1838 gedruckt: „Der Cavalier auf Reisen im Jahr 1837“! Die jüngsten Bücher sind Taschenbücher, die im vergangenen Jahr erschienen sind. Alle Bücher sind in einem neuwertigen Zustand! Nur diejenigen, die bereits Jahrzehnte alt sind, tragen mitunter altersbedingte Abnutzungsspuren. Die Mehrzahl der Bücher wird – hoffentlich – für wenig Geld den Besitzer wechseln; nur im Ausnahmefall wird für besonders gestaltete oder seltene Bücher der Betrag von vier oder fünf Euro erbeten. Der Erlös der Buchmarktes kommt der Museumsarbeit zugute. Der Lötzener Ausstellungs- und Veranstaltungsraum ist an diesem Sonnabend bis 16 Uhr geöffnet. Den Besuchern bietet sich ein letztes Mal die Gelegenheit, die Kunstwerke der Sonderausstellung „Weite und Heimlichkeit – die Landschaft Masurens in Werken ostpreußischer Künstler“  (überwiegend Leihgaben des Ostpreußischen Landesmuseums in Lüneburg) zu betrachten.
 

Thema #4:
Masuren - Weite und Heimlichkeit
Die Landschaft Masurens in Werken ostpreußischer Künstler im Heimatmuseum

„Im Süden Ostpreußens, zwischen Torfmooren und sandiger Öde, zwischen verborgenen Seen und Kiefernwäldern waren wir Masuren zu Hause“, so beginnt Siegfried Lenz seine „Diskrete Auskunft über Masuren“, seine Heimat.
Erst spät wurde die Landschaft Masurens von Künstlern entdeckt, lange nach den Gegenden der samländischen Steilküste oder der dünenreichen Kurischen Nehrung. Masuren, vom Zentrum Ostpreußens, Königsberg, entfernter gelegen und auch nicht so gut erreichbar, kam erst mit den Kämpfen zu Beginn des Ersten Weltkriegs, 1914 und 1915, in das allgemeine Bewußtsein. Diese und die Volksabstimmung nach dem Versailler Vertrag 1920 ließen in der Folge den Reiseverkehr in den Süden und Südosten Ostpreußens zunehmen. Heute ist Masuren ein beliebtes Touristenziel, das manchem vielleicht sogar gleichbedeutend für ganz Ostpreußen steht.
Mit der „Entdeckung Masurens“ in den 1920er Jahren wurden auch einige Künstler in diesem Landstrich seßhaft. Der in Salpia (Kreis Sensburg) 1887 geborene Robert Hoffmann (-Salpia) war als Lehrer 1925-1945 in Seedranken (Kreis Treuburg) tätig, der aus Köln gebürtige Julius Freymuth (1881-1961) lebte in den Jahren um 1925-27 in Froniken (Kreis Treuburg), der aus Johannisburg gebürtige Maler Ernst Rimmek (1890-1963) lebte und arbeitete in Jakunowken (Kreis Lötzen) 1929-37. In Widminnen, Kreis Lötzen, war bis 1945 der Bildhauer Paul Koralus (1892-1991) zu Hause, von dem in dieser Ausstellung einige Skizzen und Pastelle zu sehen sind. Der seit 1955 als Kunstpädagoge in Weimar tätige Gerhard Wendenhorst (1922-2008) blieb der Heimat seiner Jugendjahre im Kreis Angerburg auch als Maler zeitlebens eng verbunden.
Die vor dem Zweiten Weltkrieg in Masuren tätigen Maler waren fast alle an der Königsberger Kunstakademie ausgebildet worden. Sie zogen von dort andere Künstler mit in die charakteristische Landschaft Masurens. Hier fand sich zwar nicht die Fülle an dramatischen Motiven wie z. B. die größten Dünen Europas auf der Kurischen Nehrung oder die hohe Steilküste des Samlandes. Doch wußten die Maler die idyllische Besonderheit der Felder, Seen und Wälder zu schätzen und in ihren Werken festzuhalten. Sie bildeten auch die Bauern und ihre Arbeit, das Vieh und den
Anblick der Dörfer ab.
So sind außer den bisher genannten Künstlern in der für diese Ausstellung vorgenommenen Zusammenstellung auch Eduard Bischoff, Robert Budzinski, Artur Degner, Karl Kunz, Oskar Gawell, Ottilie Ehlers-Kollwitz, R. H. Krauskopf und Bruno Ludat vertreten. Von Prof. Carl Scherres stammt das in seiner Stimmung an Caspar David Friedrich erinnernde Motiv „Masurische Seenlandschaft im Mondlicht“, das auch für das Ausstellungsplakat ausgewählt wurde. Alle Werke (bis auf Koralus aus dem Bestand der Lötzener Heimatsammlung) sind Leihgaben aus dem Ostpreußischen Landesmuseum, Lüneburg.
Den Besucher erwarten Bilder aus der Vergangenheit, die jedoch überwiegend das nicht Vergangene, das Unvergängliche abbilden: „Masurische Landschaft“, „Masurischer See“, „Häuser am Masurensee“, „Regen über Lyck“, „Niedersee“, Treuburger See“, „Bunelka – Landschaft bei Lyck“, Lötzen mit Schloß und Kanal“, „Dorf in Masuren“ … so einige der Bildtitel. Es werden Ölgemälde, Aquarelle, Grafiken und Zeichnungen ausgestellt aus einer Zeitspanne, die nahezu 100 Jahre umfaßt.
Zur Einstimmung in die Thematik mag die lyrisch-wortmalende Landschaftsbeschreibung dienen, die Eugen Kurt Fischer, Redakteur der Hartungschen Zeitung in Königsberg, 1927 in der Einleitung zu einem Band Masuren-Zeichnungen von Julius Freymuth formulierte:
„Zart umkantet ragt auf welligem Hügel hinter dem Dorf eine Mühle mit weitgebreiteten Flügeln, ohne Regung, schwarzbauchig im Licht und darüber taucht aus dem bläulichen Schimmer weiß die Sichel des Monds. Drüben am anderen Ufer heben sich rundliche Hügel im Schatten, braun und in rötlichem Blau, tief dunkel umkantet, die Bäume olivgrün. Weiß, gelb, rot, so glühten die Dörfer im sinkenden Leuchten. Und dem gewendeten Blick bot sich der schwärzliche Wald, dunkle Borte, sonnübergoldet. Aber der Himmel färbte sich leis in vielerlei Farben, Rotblau verhauchte in Grün, aus dem das lichte Gelb wuchs und im Nichts sich verlor. Senkte sich wieder der Blick, so glitt er über ein Eiland, dicht voll Erlen und Weiden, von Schilfrohr ringsher umstanden, und ein Ruderer trieb den selbstgezimmerten Einbaum her vom Dorfe dem immer satteren Licht zu.“    
                                                                                                                                                           Jörn Barfod, Ute Eichler

Ausstellungseröffnung am 19. März 2016 um 15.30 Uhr.
 

Thema #5:
Ein Licht aus Ostpreußen -
Grafische Arbeiten der Lieselotte Plangger-Popp im Lötzener Museum


Gleich drei Wünsche haben sich mit dem Tag der Ausstellungseröffnung (25. Juli) für die Betreuer des Lötzener Heimatmuseums in der Patenstadt Neumünster erfüllt.
Die drei Wünsche waren: Viele zufriedene Gäste zu haben, endlich einmal Musik im schönen Ausstellungsraum erklingen zu lassen und vor allem: Aus dem Schaffen der Lieselotte Plangger-Popp Besonderes zeigen zu können.
Wohl noch nach keiner der vorangegangenen Veranstaltungen haben so viele Besucher (über 30) in diesem Maße übereinstimmend bekundet, dass der Veranstaltungstag rundum gelungen war. Der durch 40 Kunstwerke verwandelte Raum, der anschauliche Einführungsvortrag zu Leben und Werk der Künstlerin, die musikalische Umrahmung, das große Interesse derjenigen, die der Einladung gefolgt waren wie auch die schlichte Bewirtung, die praktiziert wurde – alles zusammen schuf einen harmonischen Nachmittag, der vielen in guter Erinnerung bleiben wird.
Der 1. Vorsitzende der Kreisgemeinschaft Lötzen, Dieter Eichler, zitierte in seiner kurzen Begrüßungsansprache aus dem Buch von Rudi Didwiszus über „Lieselotte Plangger-Popp – Lebensstationen einer ostpreußischen Künstlerin“: „Lieselotte Plangger-Popp ist ein Licht unserer ostpreußischen Heimat. Mit ihrer Kunst hat sie vielen Menschen Helligkeit, Trost und Freude geschenkt. Ihre Arbeiten erwärmen und ergreifen uns. Und das ist und wird immer Sinn und Aufgabe der Kunst bleiben.“
Dr. Jörn Barfod, Kustos im Ostpreußischen Landesmuseum in Lüneburg, ist zu verdanken, dass diese Ausstellung für das Lötzener Museum möglich wurde. In seinem Vortrag wies er nach, wodurch Liselotte Plangger-Popp mit ihrem Können und ihrer Leistung zu den herausragenden aus Ostpreußen stammenden Grafikern zu zählen ist. Eindrucksvoll verknüpfte er Informationen über den Lebensweg der Lieselotte Plangger-Popp (1913 – 2002) mit der Darstellung ihres künstlerischen Werdegangs.
Die Ausstellung empfängt den Besucher mit vertrauten Motiven auf großformatigen Blättern: Marienwerder, Der Dom zu Frauenburg, St. Marien in Elbing, Herbststurm am Frischen Haff. Das Selbstbildnis, ein Farbholzschnitt von 1950, fordert auf zum Vergleich mit dem Selbstporträt, das 1943 als Linolschnitt entstand. Ein Holzstich aus dem Jahr 1942, „In einem masurischen Dorf“, im Format eines Briefmarkenblocks ist das kleinste der ausgestellten Werke und für manchen Betrachter nicht weniger eindrucksvoll als es die großen Holzschnitte und Lithografien, die Kreide- oder Rohrfederzeichnungen oder die beiden frühen Aquarelle sind.
Neben den zahlreich vertretenen Motiven aus der ostpreußischen Heimat der Künstlerin sind es zwei weitere Themenbereiche, die in ihrer Umsetzung überzeugen: Das Kriegsende mit Flucht und Vertreibungselend -  hier exemplarisch das Schicksal der Frauen in das Blickfeld gebracht – und Illustrationen zu literarischen Texten, zu Mathias Claudius, Agnes Miegel, Rainer Maria Rilke, nicht zu vergessen die herausragenden Holzstiche zu „Im Zauber der Kurischen Nehrung“, mit dem Text von Hansgeorg Buchholtz. Auch sind in der Ausstellung Beispiele zu finden für die Beherrschung der Kalligraphie durch Lieselotte Plangger-Popp.
Ob es die Künstlerin gefreut hätte, Musik von Händel und Mozart zu ihren Werken zu hören? Peter Göhring, Violine (Berlin) und Dr. Eckhard Schlemminger, Viola (Hamburg) gaben ihr Bestes zur Freude der Zuhörer. Der Ausstellungsraum des Lötzener Museums habe, so die Meinung der beiden Musiker, eine gute Akustik.
Für die kommenden vier Monate (bis 21. November) beinhaltet er eine nicht alltägliche, sehenswerte Ausstellung; einen Ausschnitt aus dem Werk einer ostpreußischen Künstlerin, die keinesfalls in das Vergessen geraten darf.
                                                                                                                                                                               Ute Eichler

Thema #6:
Wieder im Licht: Lieselotte Plangger-Popp - Eine Ostpreußische Grafikerin

Geboren wurde Lieselotte Popp 1913 auf Gut Karlsfelde im Kreis Marggrabowa (später: Treuburg) in Ostpreußen. Ab 1922 lebte die Familie bei, dann in Königsberg.
Nach dem Abitur besuchte Lieselotte Popp die Kunstschule in Königsberg. Sie absolvierte eine dreijährige Ausbildung in der Fachklasse für Gebrauchsgrafik. Es folgte eine zweijährige Tätigkeit im Verlag Gräfe & Unzer, danach in einem grafischen Verlag in Hannover. 1942 wurden ihre herausragenden Illustrationen (Holzstiche) zu „Im Zauber der Kurischen Nehrung“ veröffentlicht; Text von Hansgeorg Buchholtz.
Lieselotte Popp hatte eine ausgesprochene Begabung für die Druckgrafik. Dies beweisen vor allem ihre Linol- und Holzschnitte, ihre Holzstiche, aber auch ihre Lithografien und Radie-rungen. Hinzu kommen meisterliche Rohrfederzeichnungen. Den Eindruck des Gesamtwerks beherrschen jedoch die Holzschnitte. Dazu die Künstlerin selbst:
„Im Holzschnitt springt uns das gestaltete Erlebnis gleichsam an, es ist nicht still verhalten wie ein Aquarell, sondern es reißt uns in seinen Bann. Freilich gibt es auch Ausdrucksmöglichkeiten – besonders im Holzstich – die mit zarten Linien eine tiefe Innigkeit, eine sehn-suchtsvolle Stille und den herben Glanz der Selbstversenkung zeigen.“
Zur Zeit der Ausbildung Lieselotte Popps war der Holzschnitt hochaktuell. Die Expressionisten hatten sich stark mit ihm beschäftigt. Die Künstlerin erwähnt Ernst Barlach, Edvard Munch und Frans Masereel als anregend für ihr Werk.
Landschaften und Menschen der ostpreußischen Heimat waren die ersten Themenschwerpunkte im Schaffen Lieselotte Popps. Im feinen Holzstich, an altmeisterliche Art anknüpfend, ganz im Sinn der Neuen Sachlichkeit, gestaltete sie Szenen und Landschaften. Subjektiver und kräftiger waren ihre Illustrationen zu Dichtungen, z. B. zu Hölderlin, Storm, Sudermann, Rilke, Hesse. Agnes Miegel, die sie 1938 kennenlernte, blieb sie lebenslang verbunden.
Ab 1939 lebte Lieselotte Popp als Werkstattleiterin der Wagnerschen Universitätsbuchhandlung in Innsbruck. In den Jahren bis 1945 unternahm sie zwei Italienreisen, sie skizzierte in Südtirol für Buch- und Kalenderillustrationen, und sie beteiligte sich an Kunstausstellungen in München, Wien, Dresden und Königsberg. Ihre Ferien verbrachte sie in jedem Jahr in Ostpreußen, am liebsten auf der Kurischen Nehrung.
Das Ende des Zweiten Weltkrieges brachte der Künstlerin einen zweifachen Verlust, den der Eltern und den der Heimat. Dieses Schicksal spiegelt sich in ihrem Werk wider. Flucht und Flüchtlingselend werden in den Jahren ab 1945 zu beherrschenden Themen vieler Arbeiten.
Ab 1946 nahm Lieselotte Plangger ein Studium an der Hochschule für Bildende Künste auf (von 700 Bewerbern wurden 40 angenommen). Der Lehrbetrieb fand in Haimhausen statt. Besonders durch die Professoren Schinnerer und Geiger wurde Lieselotte Popps künstlerische Entwicklung auf dem Gebiet der Grafik gefördert. In diese Zeit fielen auch die Kontakte zu zwei bedeutenden und aus Ostpreußen stammenden Grafikern: Gertrud Lerbs und Robert Budzinski.
1954 heiratete Lieselotte Popp den Bildhauer Hans Plangger, einen „echten Südtiroler“. Der Umzug von Bayern nach Bozen brachte für Lieselotte Plangger-Popp Anregungen und neue Motive. Sie hatte die Alpen schon in ihrer Innsbrucker Arbeitszeit erlebt und gestaltet. Nun jedoch gelangte sie zu freieren und großzügigeren Formen in ihrer künstlerischen Handschrift.
Nach dem Tod ihres Mannes 1971 führten sie Reisen durch viele Landschaften der Welt. Doch ihre erste Heimat blieb Ostpreußen, und diese Thematik durchzieht ihr ganzes Werk. Als ihr 1982 der Kulturpreis der Landsmannschaft Ostpreußen verliehen wurde, bekannte sie in ihrer Dankesrede: „Das Wort Heimat wird für mich immer auch das Wort Heimweh bein-halten.“
Lieselotte Plangger-Popp lebte seit 1983 in Meran, sie starb 2002, bestattet in Haimhausen.
                                                                                                                                                   Dr. Jörn Barfod, Ute Eichler
 

Thema #7:
Ausstellungseröffnung: “Die Kurische Nehrung mit Maleraugen”

                                Überwältigender Besucherandrang zur Ausstellungseröffnung

Selbst die Stehplätze wurden knapp – zum Auftakt der dritten Saison des Lötzener Heimatmuseums am neuen Standort in der Patenstadt Neumünster.
Mit der Sonderausstellung „Die Kurische Nehrung mit Maleraugen gesehen“, die am 21. März eröffnet werden konnte und bis einschließlich 18. Juli 2015 in dem 112 Quadratmeter großen Ausstellungsraum in der Böckler-Siedlung gezeigt werden wird, ist es gelungen, reges Besucherinteresse anzusprechen.
Sie alle kamen: Nicht nur die treuen Wiederkehr-Besucher aus Neumünster und Umgebung, sondern die auch an Kunst interessierten Gäste aus Breklum und Kiel, aus Rendsburg und Rickling (BdV-Ortsverband), aus Preetz und Bad Segeberg, aus dem Süden Hamburgs, aus Aumühle, Wohltorf und Geesthacht, aus Lüneburg und sogar aus Schneega. Und „Schlesien war auch hier!“ schrieb ein Besucher in das Gästebuch.
Ist denn Kurische Nehrung ein Zauberwort? staunte der Reporter der Kieler Nachrichten, Karsten Leng, und mußte erst einmal nachfragen, ob Nidden nun im russischen oder im litauischen Teil der Nehrung liegt.
Mit dem Gedicht „Nidden – Mein schönstes Dorf im weiten Erdenrund!“ (Fritz Kudnig) be-grüßte Ute Eichler, verantwortliche Betreuerin von Lötzener Kreisarchiv und Heimatsammlung die so zahlreich erschienenen Gäste. Sie dankte Agata Kern, der Kulturreferentin für Ostpreußen, für die von ihr organisierte Malreise auf die Kurische Nehrung (litauischer Teil) und überreichte ihr einen Bildband über den heute russischen Teil der Nehrung. Die Malreise im Juli 2014 nach Nidden war von der in Lüneburg ansässigen Künstlerin Gudrun Jakubeit begleitet worden. Nicht wenige Teilnehmer ihrer Malgruppe waren jetzt nach Neumünster gekommen, um die für die Ausstellung ausgewählten Ergebnisse dieser Malreise, die im Ostpreußischen Landesmuseum mit Passepartouts versehen und gerahmt worden waren, hier als Bestandteil, als die „moderne“ Hälfte der Bilderschau, zu sehen.
Der andere Teil der Bildauswahl setzt sich aus den Werken „alter Meister“ zusammen, Bilder von Künstlern, die entweder der Künstlerkolonie Nidden zuzurechnen sind oder die zeitweilig auf der Nehrung gemalt haben. Dies mache die Besonderheit dieser Ausstellung aus – darauf wies Dr. Jörn Barfod, Kustos am Ostpreußischen Landesmuseum, zu Beginn seines Einführungsvortrages hin. Jörn Barfod, der mit seinem Fachwissen zum Kunstschaffen in Ostpreußen, speziell seinem Wissen über die Künstlerkolonie Nidden, hätte sehr ins Detail gehen können, beschränkte sich jedoch, den Zuhörern einen gerafften Überblick über die Entstehung und Entwicklung Niddens als von Künstlern bevorzugten Ort zu geben. Er erinnerte an das Gasthaus Blode (Mollenhauer), an wiederkehrende Motive wie Dünenlandschaft oder Kurenkahn, er wies auf den „Elchmaler“ Kallmeyer hin, und er erläuterte den großen Kurenkahnwimpel, der jetzt für vier Monate als zur Thematik passender Blickfang im Aus-stellungsraum unter der Decke hängt – ein historisches Stück mit einer besonderen Geschichte.
„Ich möchte noch viel mehr über die Kurische Nehrung wissen.“ äußerte eine junge Frau, die die Ankündigung für diese Ausstellungseröffnung zufällig im „Holsteinischen Courier“ gelesen hatte. Kann es eine bessere Bestätigung über Sinn und Wirkung dieser Ausstellung geben? - „Wir werden die Angebote des Begleitprogramms dieser Ausstellung zum Wiederkommen nutzen.“ versicherten andere Besucher. Eine ältere Dame verabschiedete sich mit: „Ich möchte schon morgen wiederkommen.“ Fazit: Die Zusammenarbeit zwischen Kulturreferat Ostpreußen (Agata Kern), dem Ostpreußischen Landesmuseum (Dr. Barfod) und dem Lötzener Heimatmuseum in Neumünster (Ehepaar Eichler) hat Früchte getragen und wird noch weitere reifen lassen.
                                                                                                                                                                             Ute Eichler

Thema #8:
Zwei Teile - Ein Ganzes  „Die Kurische Nehrung mit Maleraugen gesehen“

Ein Ausstellungsprojekt des Lötzener Heimatmuseums in Neumünster in Zusammenarbeit mit dem Ostpreußischen Landesmuseum und dem Kulturreferat für Ostpreußen

Am Anfang stand die Idee: Die Ergebnisse der Malreise auf die Kurische Nehrung (litauischer Teil, Standquartier in Nidden) im Juli 2014 sollen der Öffentlichkeit präsentiert werden! Die von der Kulturreferentin für Ostpreußen, Agata Kern, organisierte, von der in Lüneburg ansässigen Künstlerin Gudrun Jakubeit betreute und von Dr. Jörn Barfod vom Ostpreußischen Landesmuseum wissenschaftlich begleitete Reise trug viele vorzeigbare Früchte. Die auf der Nehrung entstandenen Aquarelle, Skizzen und Zeichnungen beweisen in ihrer Vielfalt, welch eine schöne Herausforderung auch heute und noch immer auf der Kurischen Nehrung zu entdeckende Motive für Künstleraugen darstellen.
Reizvoll ist daneben der Blick in die Vergangenheit, nicht als Kontrast, sondern zur Ergän-zung. Das, was verschwunden ist (wie z. B. die Flotte der Kurenkähne, am Ufer trocknende Fischernetze oder der Bootsbau in Nidden ), sichtbar zu machen, gelingt in der Gegenüberstellung mit Beispielen von Bildwerken, die Künstler in den Jahren vor 1945 auf der Kurischen Nehrung geschaffen haben.
Berühmte und weniger bekannte Maler werden in einer Auswahl von 20 Werken vertreten sein. Darunter sind Ernst Mollenhauer, Karl Eulenstein, Eduard Bischoff und Carl Knauf, aber auch Fritz Burmann, Richard Th. Birnstengel und Hans J. B. Kallmeyer (hier nicht nur als „Elchmaler“). Mit der in 2014 verstorbenen Ute Brinckmann-Schmolling ist eine Künstlerin vertreten, die als eine der letzten (1942 – 44) Schülerin der Kunstakademie Königsberg war.
Mit dieser Ausstellung soll den Besuchern Nidden, die Künstlerkolonie auf der Kurischen Nehrung, bewußt gemacht werden. Sie war mindestens ebenso bedeutend wie die heute in der öffentlichen Wahrnehmung bekannteren Künstlerkolonien Worpswede, Ahrenshoop oder Schwaan. Über das rein Informative dieser Ausstellung hinaus soll durch sie Reise- und Entdeckerlust geweckt werden – in den litauischen Teil Ostpreußens.
 

Thema #9:
Stadtpräsident Strohdiek verstorben

Am Donnerstag, den 12. Februar 2015, verstarb plötzlich und unerwartet, im Alter von 72 Jahren, der weit über die Grenzen der Kommune bekannte und beliebte Stadtpräsident Neu-münsters, Friedrich Wilhelm Strohdiek. In der ganzen Stadt wird getrauert!
Auch die Kreisgemeinschaft Lötzen zeigt Anteilnahme und große Betroffenheit. Friedrich Wilhelm Strohdiek (CDU) hat sich während seiner Amtszeit sehr für den Erhalt und die Pfle-ge der seit 1954 bestehenden Patenschaft eingesetzt. Bereits kurze Zeit nach der Amtsübernahme im Sommer 2008 stattete er, zusammen mit seiner Frau, dem Lötzener Kreisarchiv und Heimatmuseum einen Besuch ab. In 2008 und in 2010 nahm er an den Heimatkreistreffen der Lötzener in der Patenstadt teil. Wiederholt äußerte er den Wunsch, doch einmal die Zeit zu haben, um nach Masuren zu reisen. Zu gern hätte er Stadt und Kreis Lötzen aus eigener Anschauung kennengelernt. Diese Absicht hat er leider wegen starker Terminbelastung und viel-fältiger Funktionen, auch in karitativen Organisationen, nicht verwirklichen können.
In den Jahren 2011 und 2012 hat Friedrich Wilhelm Strohdiek intensiv, zusammen mit anderen Funktionsträgern der Stadtverwaltung, an der Suche nach einer guten Lösung für den Verbleib des Lötzener Archivs und der Lötzener Heimatsammlung in der Patenstadt Neu-münster mitgewirkt. Mit Erfolg. - Mehrere Male hat er die Patenstadt auf dem von der Kreisgemeinschaft veranstalteten „Klopsessen“ (Neujahrsempfang) vertreten und Grußworte ge-sprochen.
Im Jahr 2013 wurde Friedrich Wilhelm Strohdiek einstimmig in seinem Amt bestätigt.
In Frühjahr 2014 eröffnete er warmherzig und unkompliziert die Ausstellung „Ostpreußen verzaubert“, die die Kreisgemeinschaft im Foyer des Rathauses zeigen konnte. Er packte mit an, um die Ausstellungstafeln in noch besseres Licht zu rücken.
Im Oktober des vergangenen Jahres nahm er, zusammen mit OB Dr. Tauras, teil an der Feierstunde anläßlich des Jubiläums 60 Jahre Patenschaft und hielt die Grußansprache. Während des anschließenden Empfangs kam er – wie es stets seine Art war – mit den Teilnehmern gut ins Gespräch, hatte für Anliegen ein offenes Ohr, und so manches Mal hatte er auch ein ansteckendes Lachen. Er war ein Norddeutscher – mit Humor und Herz!
Bei der letzten Begegnung, die der Kreisvertreter und die Geschäftsführerin am 12. Januar mit ihm hatten – anläßlich des Neujahrsempfangs der Stadt Neumünster – strahlte er Optimismus aus und hatte eine für die Kreisgemeinschaft gute Nachricht.
Die Kreisgemeinschaft Lötzen wird sich an Friedrich Wilhelm Strohdiek stets mit Hochachtung und Wertschätzung erinnern. Sein viel zu früher Tod ist ein großer Verlust. Eine solche unverwechselbare Persönlichkeit, die Friedrich Wilhelm Strohdiek war, hinterläßt eine sehr große Lücke.
 

Thema #10:
Sternstunde im Lötzener Heimatmuseum

War es das Zauberwort Nidden, das nicht nur Besucher aus Neumünster, sondern auch aus Hamburg, Lübeck und von der Insel Fehmarn verführt hatte, am Samstag (17. August) zum neuen Standort des Lötzener Heimatmuseums zu kommen? Oder war es der gute Ruf, der mit dem Namen des Referenten Dr. Jörn Barfod (Kustos am Ostpreußischen Landesmuseum in Lüneburg) verbunden ist? Seinem frei gehaltenen Vortrag folgten mit Augen und Ohren 38 an der Thematik „Künstler auf der Kurischen Nehrung“ sehr interessierte Besucher. Sie erlebten einen mit Bildmaterial fast perfekt illustrierten Vortrag (nur eine Darstellung des Elchs auf der Nehrung wurde vermißt), der einem Streifzug durch über einhundert Jahre Kunstgeschichte entsprach – mit dem Focus auf die Frage: Wer hat wann was auf der Nehrung gemalt oder in anderer künstlerischer Technik dargestellt?
Der Referent begann mit einem Blick in die Geschichte von Nidden. Das dürftige Sandland dort und seine ärmliche Bevölkerung lagen lange im Windschatten der Geschichte. Mit der Gründung der Königsberger Kunstakademie 1841 war die Voraussetzung entstanden, daß in der Provinz Ostpreußen die akademische Ausbildung von Künstlern möglich wurde. Doch sollte es noch dauern, bis die Kurische Nehrung mit den auf ihr vorhandenen unverwechselbaren Motiven wie es z. B. die großen Wanderdünen, die Kurenkähne auf dem Haff, der „Italienblick“ in Nidden, Sturm am Ostseestrand, die Leuchttürme oder der Fischertod durch Ertrinken sind, von Künstlern entdeckt wurden.
Im Jahrzehnt vor der Jahrhundertwende und vor dem Ersten Weltkrieg waren Sommeraufenthalte von Künstlern auf der Nehrung schon eine „normale“ Erscheinung. Unter den vielen Namen, die für diesen Zeitabschnitt stehen, müssen vor allem Otto Schwarz, Anna Sinnhuber, Lovis Corinth, Max Rentel, Ernst Bischoff-Culm und Fritz Behrendt hervorgehoben werden. Es gab Maler, die über viele Jahre ihres Schaffens von der originären Landschaft der Kurischen Nehrung nicht mehr loskamen und andere, wie etwa Karl Schmidt-Rotluff, die nur ein oder zwei Sommer die Nehrung besuchten. Max Pechsteins insgesamt fünf Aufenthalte vor und nach dem Ersten Weltkrieg hinterließen bei manchen Malern bleibenden künstlerischen Eindruck, die Anregung zum expressionistischen Malstil. Dreien der „Nehrungsmaler“, die ihr Leben im Ersten Weltkrieg verloren, einer davon der erst 25jährige Hans Borschke, wurde 1925 in Nidden ein Denkmal gesetzt.
In der Zeit zwischen den zwei Weltkriegen waren es Ernst Mollenhauer (Schwiegersohn der Künstler-Gastwirts Hermann Blode) Carl Knauff, Richard Birnstengel und der Fotograf Paul Isenfels, die in Nidden ansässig wurden. Künstler wie Arwed Seitz, Karl Eulenstein und der „Elchmaler“ Kallmeyer trugen mit ihren Bildern mit dazu bei, daß die „Sommerfrische“ auf der Nehrung in der bürgerlichen Mittelschicht in Mode kam – und so manches Bild im „Kofferformat“ (50 x 60 cm) als Souvenir gekauft wurde. Auch das Schaffen solcher Maler wie Fritz Burmann, Alfred Partikel, Eduard Bischoff und Fritz Niedhammer sollte nicht dem Vergessen anheimfallen.
Das Gemälde „Gewitter über der Nehrung“ von Erich Waske, entstanden 1944, enthält eine fast prophetische Aussage.
Der Fachmann für nicht nur die Kunstgeschichte Ostpreußens, Dr. Barfod, kann benennen, daß in rund 100 Jahren mindestens 250 Maler die Kurische Nehrung besucht haben; bei der Mehrzahl von ihnen allerdings sind nur ein oder zwei Aufenthalte nachzuweisen. Viele ihrer Werke sind Kriegsverluste oder wurden durch Mutwillen oder Unwissenheit zerstört. Doch tauchen noch immer wieder verloren geglaubte Werke auf. So hatte die Betreuerin des Lötzener Heimatmuseums, Ute Eichler, gerade wenige Tage zuvor in der Patenstadt Neumünster in einem Trödelladen zufällig ein Aquarell des Königsberger Kunstmalers A. Eisenblätter entdeckt, das Kurenkähne auf dem Haff darstellt.
Dr. Barfod, dem die Anwesenden mit begeistertem Beifall für seine Ausführungen dankten, endete mit einem optimistischen Ausblick: Auf der Kurischen Nehrung sind heute vor allem litauische Künstler am Wirken.

                                                                                                                                                                              Ute Eichler

Thema #11:
Leben in der Bude

„Leben in der Bude“ ist zu salopp formuliert, „lebendiges Museum“ dagegen anmaßend. Irgendwo dazwischen liegt, was sich Monat für Monat in der Lötzener Heimatsammlung in der Patenstadt Neumünster ereignet: „Der besondere Tag“ ist zum besonderen Tag geworden.
Am dritten Samstag im Oktober kamen außer treuen Stammgästen und Wiederkehrern zum jetzigen Standort nicht wenige neue Besucher: „Ich habe Sie im Internet entdeckt.“ oder „Ich habe in der Zeitung nur das Wort Ostpreußen gelesen, da wußte ich, da müssen wir hin.“ oder „Ich möchte endlich richtig mit Familienforschung beginnen.“ oder „Ich bin neugierig auf die  angekündigten Märchen aus Ostpreußen.“ – das waren einige der Äußerungen.
Zur Märchenstunde saßen fast 30 Erwachsene im Halbrund und hörten konzentriert und fasziniert der Erzählerin vom Märchenforum Hamburg, Angelika Rischer, zu. Sie bot „Der Lorbaß und die weiße Mietz“, „Die Gänschenkönigin“, „Vom Bernstein“, „Das Heimtier“ und als Zugabe und Ausklang „Katerchen und Katzchen“. Mit der durch dieses Märchen ausgelösten Heiterkeit verließen die Zuhörer begeistert den Veranstaltungsraum. Eine neue ostpreußische Märchenstunde wird das Jahresprogramm 2014 bieten.

                                                                                                                                                                           Ute Eichler